09.07.2010 Development

Ein Tag im Leben eines Web-Entwicklers

Aufstehen, Sack kratzen, Zähne putzen – für manche hat sich der Tag damit schon erledigt. Wie aber mein Tag nach einem Müsli mit Nägeln und 300 Liegestützen aussieht, habe ich einmal grob zusammen gefasst. Denn neben einem gut gefüllten Feed Reader und voll wichtigen E-Mails sind routinierte Wege und vor allem gutes Werkzeug wichtig.

Are My Sites Up?

Den eigenen Server hat man meistens gut im Auge. Doch was ist mit den Kundenprojekten, die bei anderen Anbietern gehostet werden? Als Entwickler gibt man nicht einfach sein Kind ab und sieht es nie wieder. Meistens betreut man seine Projekte noch über Jahre hinweg.

Damit ich meine Projekte immer gut im Auge behalte, habe ich sie bei Are My Sites Up? eingetragen. Ich werde zwar per Mail informiert, wenn ein Server mal wieder down ist, aber ich verschaffe mir gerne jeden Tag kurz einen Überblick.

Dieser Dienst ist bis zu 5 Seiten kostenlos, wer mehr Seiten und einen besseren Service braucht (z.B. HTTPS-Unterstützung, iPhone Push), der muss blechen.

Coda

Der Alles-in-einem-Editor. Mächtig, schön und von allen Editoren, die ich über die Jahre verwendet habe, mit Abstand der beste. Dafür habe ich auch gerne bezahlt. Er unterstützt nicht nur FTP/SSL und WebDav. Es gibt auch ein integriertes Terminal für ssh, wenn der Server kein FTP unterstützen sollte. Wer es braucht, hat auch gleich noch einen guten CSS-Editor und diverse Bücher dabei. Und für jedes seiner Bookmarks kann man eigene Bilder einfügen. Sweet.

Coda kostet 99 US-Dollar und ist die beste Lösung, wenn man einen schnörkellosen Editor mit viel Kraft unter der Haube will.

TimeLog

Kein Projekt ohne eine ordentliche Zeiterfassung. Das ist vor allem für die eigene Einschätzung wichtig. Denn nicht zu selten verschätzt man sich bei der Aufwandseinschätzung oder es kommen noch zusätzliche Anforderung von Kundenseite dazu, die so dann besser abgerechnet werden können. Dieses Tool gehört in jedes gut organisiertes Büro und vor allem dann, wenn man für Agenturen gebucht wird.

TimeLog gibt es als Bundle zusammen mit GrandTotal (dazu weiter unten mehr) und ist auch einzeln für faires Geld ($25) zu haben.

VMWare Fusion

Als Mac-User und ehemaliges PC-Kind muss man bei der Entwicklung von Websites auch Browser wie den Internet Explorer (vor allem Version 666) berücksichtigen. Da gibt es diverse Möglichkeiten, wie z.B. WineBottler, was aber nicht wirklich gut läuft. Da man sich auch ungern die Hütte mit einem zusätzlichen Rechner vollstellen will, kann man, dank Intel-Prozessor, auch Windows auf den Apfel installieren. Das ist nicht neu, ich weiß.

Anfangs benutzte ich Parallels, bin dann aber zu Fusion gewechselt, weil man dort besser die lokalen Laufwerke verbinden kann. Ist natürlich auch nicht kostenlos, aber mit knapp 70 Euro keine Investition, für die man einen Urlaub streichen muss.

ViewLike.us

Schnelles, kostenloses und unerlässliches Tool, um zu sehen, wie die Website in den verschiedenen Bildschirmauflösungen aussieht. Das geht natürlich auch per Hand, aber wieso mastubieren, wenn der Sex umsonst ist.

Launchlist

Nachdem ich den ganzen Tag der Sonne erfolgreich ausgewichen bin und mal wieder kurz davor bin, ein Projekt fertig zu stellen, ist es wichtig, dass ich nichts vergessen habe. Der Kunde findet vielleicht animierte Baustellen-Gifs gut, aber keine Fehler in seinem Produkt, welches er hoffentlich mit gutem Geld bezahlen will. Daher ist eine Checkliste nicht das verkehrteste.

Launchlist ist relativ neu, fand aber sehr sehr seinen Weg durch die Entwicklerblogs. Es nimmt einem viel Arbeit ab, wenn man will. Zudem man seine eigenen Checkpunkte angeben kann. Bevor das Projekt also zum Kunden geht, sollten alle Schalter auf YES stehen. Anschließend kann man diese Liste direkt an den Kunden senden und am Ende gibt es Sekt und Törtchen für alle.

GrandTotal

Nach zwei Minuten in der Testversion war ich schon verliebt in diese Applikation. Und wenn ein Projekt erfolgreich abgeschlossen ist, macht die Rechnung schreiben hiermit doppelt soviel Spaß. Denn GrandTotal kann quasi alles: Kundenverwaltung, eigene Templates erstellen, Zahlungsmoral und anscheinend noch sehr viel mehr. Auch seine Angebote kann man hiermit erstellen und, ebenso wie die Rechnungen, direkt aus dem Programm per E-Mail versenden. Empfohlen wurde dieses Organisationswunder von NL G&K. Danke nochmal hierfür.

GrandTotal gibt es einzeln für $69 und im Bundle mit TimeLog für $79.

‘ne Menge Holz

Ich weiß, unter den aufgezählten Tools ist keins dabei, welches wirklich kostenlos ist. Das liegt mit daran, dass es eben kaum gute Software für umme ist, die neben guten Funktionen auch etwas Luxus versprechen. Und für gute Entwicklung gebe ich auch gerne Geld aus, da man nicht davon ausgehen sollte, dass alle Software-Entwickler gerne für Lob und Sonnenschein arbeiten. Ein Mechaniker gibt ja auch auch viel Geld für einen Werkzeugkasten aus. Dennoch unterstütze ich Open Source wo es geht.

Noch mehr kleine Helfer

Dropbox – Wenn es sich nicht um hochsensible Daten handelt, ist es ein gutes Tool, um mit dem Kunden Dateien auszutauschen.

SimpleCap – starkes Screenshot-Tool für OS X. Perfekt, um Screens direkt in die Dropbox zu laden.

DeskShade – blendet die Icons auf dem Desktop aus und bringt Ruhe auf den Schreibtisch. Screen locken per Shortcut ist gut für externes Arbeiten.

SRWare Iron – Google Chrome Clone, nur mit besserem Datenschutz.

Feierabend!

Den Tag lassen Web-Entwickler gerne entspannt ausklingen bei einer Partie Scrabble, einer guten Zigarre und ein Glas aus dem schottischen Holzfass. Dann pflanzen wir einen Baum und spenden all unser Geld einer gewalttätigen Organisation.

3 Kommentare

  1. 1

    Lars

    Haha, Paracuda Du Spinner (im positiven Sinne!). Endlich wiedergefunden. Erheiternder Schreibstil, ganz wie gewohnt, und ein interessanter Einblick in die Mac-lastige Webdev-Entwicklungswelt. Danke dafür!

    Der Sinn von viewlike.us wird mir aber nicht klar und das Teil ist doch genau genommen ziemlich dumm, weil dort der Viewport mit der Bildschirmauflösung gleichgesetzt wird. Aber wer, gerade unter den technisch nicht so versierten Nutzern, surft Fullscreen mit F11?
    Dann doch lieber per WebDeveloperToolbar mittels Bookmarklets testen, die zumindest grob die Standard-Toolbars etc. mit einbeziehen. Geht schließlich noch eine Menge mehr Platz verloren.

    Grüße
    Lars

    PS: die O RLY?-Schnee-Eule im BG ist einfach wunderbar! :D

    9. Juli 2010 um 20:42

  2. 2

    Martin

    Ja, so ganz hundertprozentig zuverlässig ist ViewLike.us vielleicht nicht, wenn Du auch die Höhe ermitteln willst. Aber wie kann man das schon? Man weiß ja nie, wieviele Toolbars sich der User installiert hat. Aber zur Ermittlung des Viewports von der Breite her ist das ein gutes Tool, sich einmal durch alle Auflösungen zu klicken. Sicher gibt es da auch Bookmarklets und was weiß ich, aber ich kann hier ja auch nicht alles aufführen. ;)

    Ich hätte ja auch positive Reaktionen auf den Asian “Hello Ladies” Prince im Hintergrund erwartet…

    9. Juli 2010 um 20:53

  3. 3

    Chris

    hääääh? russenschlampen.de? die is doch gesperrt?!?!

    15. Juli 2010 um 20:21

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