Die eigene Wolke mit ownCloud
Gestern schrieb ich über den Feed-Reader Fever°, den man auf seinem eigenen Server installieren kann. Für Leute, die Kontrolle über ihre Daten haben wollen, ‘ne sauber’ Sach’. Was ist aber, wenn man auch seinen Kalender, seine Kontakte und so wieso alles in einer eigenen Cloud haben will und man nicht unbedingt Amazon, Google oder gar, kchihi, die Telekom Cloud nutzen möchte? Ich für meinen Teil nutze seit einiger Zeit ownCloud und freunde mich immer mehr damit an.
Was ist ownCloud? Kurz angerissen bietet ownCloud neben einer Datei- und Bookmarkverwaltung auch einen CalDAV- und CardDAV-Server. Ich habe mich am meisten für die Kalenderfunktion interessiert, da ich Google nicht unbedingt wissen lassen muss, wann ich das nächste Mal zu welchem Arzt gehe. Aber auch die Bookmarkfunktion nutze ich als halben Ersatz für ReadItLater. Aber mal der Reihe nach.
Installation
Die Installation hat keine 5 Minuten gedauert. Ich musste lediglich PECL installieren und habe anschließend ownCloud per git gezogen. Mehr war das nicht. Allerdings hat nicht jeder Server das gleiche Setup.
Kalender auf allen Geräten
Google Calendar ist zwar schön einfach zu konfigurieren und zu syncen, aber mit ein paar wenigen Schritten mehr, geht es auch wunderbar mit ownCloud. Ich nutze OS X, habe aber ein Android-Telefon. So muss ich also zwei Geräte mit einander synchronisieren. Die Einrichtung unter OS X ist recht einfach, wenn man den richtigen Pfad ergoogelt hat. Der in den Einstellungen von ownCloud funktioniert nämlich leider nicht.
So muss das aussehen:
Serverpfad: /owncloud/apps/calendar/caldav.php/principals/<username>/
Für Android gibt es eine App, die zwar kostet, aber wunderbar funktioniert. Da die App aber noch beta ist, sollte man von der Option absehen, die das Verwalten des Kalenders von Android aus ermöglicht. Glaubt mir, tut es einfach (noch nicht). Ich habe mich dafür entschieden, den Kalender ausschließlich von OS X aus zu verwalten, sodass ich mich nicht mal mehr bei ownCloud einloggen muss.
Einen eigenen CalDAV-Server zu haben, finde ich ‘ne gute Sache.
Dateien mit anderen teilen
Man hat die Möglichkeit, Dateien wie Fotos oder Musik, mit anderen zu teilen oder aber auch öffentliche Links zu erzeugen. Ähnlich wie bei Dropbox. Musik lässt sich direkt im Browser abspielen, Galerien lassen sich ebenso erstellen.
Nachteile
ownCloud steht zur Zeit als Version 3 Alpha 1 im Netz und in 3 Tagen soll wohl die stable kommen. Wie auch immer, es ist natürlich noch etwas schmal alles, was die Optionen angeht. Und mobil ist die Seite auch noch nicht zu gebrauchen. Da bin ich gespannt, was da noch kommen wird.
Ein weiterer Nachteil ist, dass unter OS X Snow Leopard wohl der CardDAV-Account im Adressbuch nicht funktioniert. Ich habe es nicht hinbekommen und da bin ich auch nicht der Einzige.
Fazit
Es gibt noch einiges zu tun, aber eine gute Sache ist es dennoch schon. Alleine durch die CalDAV-Funktion lohnt es sich, das Ding mal auszuprobieren. Man darf also gespannt sein, wie sich ownCloud noch entwickeln wird.


