23.01.2012 mah interwebz

Fever° – die Google Reader Alternative

So angenehm und einfach die Dienste von Google sind, desto vorsichtiger sollte man sein, diese zu nutzen. Denn auch wie bei Facebook gilt: Wenn es umsonst ist, bist Du das Produkt. Keine Frage, die Dienste erleichtern so einiges im Alltag und kaum ein anderer Anbieter ist dabei so schnell und bietet so viel kostenlosen Platz. Doch niemand hat etwas zu verschenken, auch Google nicht. Und ich erst recht nicht meine Lesegewohnheiten.

In den letzten Jahren habe ich mir diverse Alternativen zu Google Reader angeschaut und bin am Ende immer wieder bei Google gelandet. Zu umständlich, zu hässlich, zu langsam waren bisher all diese Tools. Zudem wollte ich nicht schon wieder meine Daten auf einem fremden Server haben, sondern meinen eigenen nutzen. Ich habe rsslounge, Tiny Tiny RSS und Liliana getestet. Doch die sehen entweder alle aus wie Windows 95 oder sind mobil nicht nutzbar. Wie soll ich da auf Klo meinen Reader lesen? Eben. Doch wer lange sucht, wird endlich fündig …

Endlich angekommen

Klick mich, mach mich groß!

Fever° hat mich schnell so sehr überzeugt, dass ich bei Google für immer raus bin. Seit einigen Monaten nutze ich Fever° nun und kann mir nicht mehr vorstellen, zurückzugehen. Warum? Erstens, weil es gut aussieht, zweitens es sich gut anfühlt und drittens die mobile Seite ziemlich chic ist. Die Features decken alles ab, was man braucht.

Man muss sich allerdings von ein paar Annehmlichkeiten verabschieden, die man vom Google Reader kennt. Die Shortcuts wurden zwar übernommen, aber einen neuen Feed einpflegen bedeutet, dass der Seitentitel händisch eingetragen werden muss. Daran wird die Welt nicht zugrunde gehen. Es gibt auch ein Bookmarklet, welches bei mir allerdings nicht funktioniert.

Fever° will natürlich etwas anders sein und hat eine Funktion namens “Hot” eingebaut. Die gruppiert wohl diverse Feeds und versieht sie mit Temperaturangaben. Keine Ahnung, was mir das bringen soll, brauche ich nicht, nutze ich nicht. Ich halte mich nur in “Kindling” auf, speichere Artikel mit der Taste S, um sie später in meine Bookmarkdienste zu sortieren.

Wichtig ist unterwegs

Wie erwähnt, die mobile Seite ist auch recht schön gelöst, synchronisiert natürlich die Feeds mit dem Server, sodass man nichts doppelt liest. Auch läuft die mobile Seite ziemlich flüssig. Es ist also alles abgedeckt, was man zum Lesen braucht. Und da Google das Sharing beim Reader eh gekickt hat, vermisst man das bei Fever° gar nicht erst.

Es gibt allerdings zwei Nachteile, über die man erst mal nachdenken muss. Der erste ist, dass es keine Demo gibt:

Because Fever is a state-based single-user system a live demo isn’t possible.

Dafür gibt es aber dieses Video. Die zweite ist, dass Fever°, wie die meisten guten Sachen in der Welt, Geld kostet. Die 30$ sind allerdings bestens angelegt. Ich habe auch lange überlegt, hatte aber angesichts der Alternativen, auch kein Bock mehr, mit so holprigen und unbefriedigenden Clones rumzumachen. Dafür ist die Installation auch echt kackeneinfach.

Fazit

Wem es egal, wer was mitliest und welche Daten wo an wen verkauft, der braucht das nicht. Der ist bei Google eh gut aufgehoben. Wer es mag, Kontrolle über seine Daten zu haben, der wird nicht enttäuscht sein, wenn er dafür etwas Geld ausgibt. Ich werde nichts anderes mehr zum Feeds lesen nutzen.

Fever° läuft mit PHP/MySQL und findet man unter feedafever.com.

2 Kommentare

  1. 1

    Oli

    Danke für den Tipp! Großartiges Ding und jeden Cent wert.

    24. Januar 2012 um 09:06

  2. 2

    Die eigene Wolke mit ownCloud

    [...] schrieb ich über den Feed-Reader Fever°, den man auf seinem eigenen Server installieren kann. Für Leute, die Kontrolle über ihre Daten [...]

    24. Januar 2012 um 12:07

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